Rettet das SPIEL!

In unserer leistungsorientierten Zeit muss alles Tun einen Zweck haben und ist von Wettbewerb, Rationalität, Schnelligkeit etc geprägt. Dagegen ist das MALSPIEL (und der Malort als seine Ermöglichung) ein gewollter und bewusster Ausnahmezustand.  Es ist ein Anders-Ort, auch ein Rettungs-Ort für Werte und Fähigkeiten, die hier lebbar sind / werden / bleiben: Vertrauen. Freiheit. Achtsamkeit. Loslassen. Sich beschenken (bedienen!) lassen. Sich wahrgenommen fühlen. Spüren, wie etwas gelingt. Spüren wie etwas nicht gelingen muss. Sich gleichberechtigt fühlen. Sich anders als andere fühlen und darin wertgeschätzt. Nähe zulassen. Mit sich sein zulassen. Sich schöpferisch erleben. Das (= etwas) wertfrei geschehen lassen… Und, und, und…

Die aktuelle Gehirnforschung (➯Gerald Hüther ) ruft uns Menschen zu: „Rettet das Spiel!“ Und  meint damit, in unserer Zeit bewusst Orte und Momente des Spielens zu bewahren, bzw (wieder) zu schaffen. Denn die Neurobiologie hat erkannt, wie viel Positives das Spielen für uns mit sich bringt – sowohl in der Entwicklung unseres Miteinanders, wie auch für jeden persönlich: neben Kreativität und Potenzialentfaltung bringt das Spielen auch, dass durch die Aktivität in den Belohnungsregionen unseres Gehirns viele tolle (und wichtige!) Gefühle für uns erlebbar werden und sogar, dass wir durch Prozesse in unserem Gehirn beim Spielen unsere Angst verlieren…
„Die Forderung nach einer Rettung des Spiels ist (…) ein politisches, ja vielleicht sogar ein visionäres Projekt.“ sagt Gerald Hüther – hier kann unsere Welt ver-ändert werden… Denn: “ Spielplätze sind Landeplätze, auf denen das Neue in die Welt kommen kann.“ HÜTHER / QUARCH, S. 16